Liebeserklärung an eine treue Begleiterin: Meine Uhr, der Kosmopolit

Meine NOMOS Tangente. Bild: Men's Individual Fashion.
Meine NOMOS Tangente. Bild: Men's Individual Fashion.

 

Eine schlichte und schöne Uhr


04. März 2015

 

Zum Ersten Juristischen Staatsexamen habe ich eine gute Uhr geschenkt bekommen. Das war 2009. Seitdem ist viel passiert, meine Uhr war mit mir an unglaublichen Orten. Ich trage sie täglich, außer beim Sport, unter der Dusche und im Bett. Und ich nehme sie mit zu Auslandsaufenthalten, weil ich der Meinung bin, daß meine Uhr immer bei mir sein sollte, egal wo ich bin. 

 

In Brüssel spricht mich mein Date auf meine Uhr an, ein Effekt, den ich gar nicht beabsichtigt hatte. Wer eine gute Uhr ausschließlich dazu hat, um damit andere zu beeindrucken wird mit Sicherheit  Schiffsbruch erleiden, mehr dazu aber in der Kategorie „Anziehen fürs Date“. Das ich später diese hochklassige Frau verliere, hatte andere Gründe und konnte nicht einmal meine Uhr verhindern. 

Chinesische Mauer bei Peking. Photo: Men's Individual Fashion.
Chinesische Mauer bei Peking. Photo: Men's Individual Fashion.

Hemd, Uhr und die Welt


Es gibt ein chinesisches Sprichwort, das besagt, ein echter Mann müsste mindestens einmal auf der Chinesischen Mauer gestanden haben. Ich gehe auf Nummer sicher und bin mehrmals dort, im Winter und im Sommer. Es ist eher eine Kletterexpedition  und sowohl bei Minusgraden als auch bei drückender Hitze begleitet meine Armbanduhr mich bei diesem Abschnitt der Lebensreise. Meine Tangente Uhr zeigt mir in Fernost, daß die Zeit in China schneller verläuft. Dort sind Wochen wie Tage in Europa. Die Zeit vergeht zwischen unzähligen Menschen einfach schneller. 

 

Während des gleichen, längeren Arbeitsaufenthalts in Asien bin in ein paar Tage im Urlaub in Hong Kong. Tausende Kilometer von Zuhause entfernt, stehe ich plötzlich zwischen blinkenden Schriftzeichen und Verkehrschaos vor einem riesigen Werbebanner von NOMOS. Die Situation ist paradox und zeigt mir zugleich, wie klein die Welt ist. Auf dem Peak, dem atemberaubenden Ausblick über Hong Kong in der Abenddämmerung stehe ich also mit dem Hemd, daß ich mir zu meinem allerersten Vorstellungsgespräch für ein Praktikum angeschafft habe und meinem täglichen Zeitmesser am Handgelenk. Es ist unglaublich heiß und anstrengend, aber der Blick entschädigt für diese Strapazen. 

Verkehr in Peking, Sanlitun Viertel. Photo: Men's Individual Fashion.
Verkehr in Peking, Sanlitun Viertel. Photo: Men's Individual Fashion.

 

Bei einem Abendessen in einem guten Restaurant mit meinem chinesischen Freund in Peking wird die Uhr von sachkundigen chinesischen Augen betrachtet. Ich sträube mich ein bißchen dagegen, die Uhr auszuziehen und über den Tisch zu geben, aber dem chinesischen Interesse nicht nachzugeben, wäre extrem unhöflich. Preis, Hersteller, Hintergrund, Anlass der Anschaffung, all das soll ich erzählen und kommt recht gut an.

 

In Asien besuchte ich aus Interesse viele Uhrenläden, die andere große Namen führten. Fast realitätsgetreue Modelle von Kampfflugzeugen, die zu Dekozwecken durch die Fensterscheibe des Geschäfts zu fliegen scheinen, begeistern mich und stacheln meinen männlichen Spieltrieb an. Ich habe mich aber immer gefragt, warum Männer so viel mehr Geld für Uhren ausgeben, die ich als eher klobig wahrnehme. Ich sehe in Büros und auf Reisen immer wieder erfolgreiche Männer, deren Uhr ich sofort erkenne und die das offensichtlich ähnlich sehen. Davon abgesehen habe ich ein eher schmales Handgelenk, so daß ich Uhren die wesentlich breiter und höher sind, kaum tragen kann. 


Meine Tangente Uhr hat einen Handaufzug, das heißt ich ziehe sie an der Krone auf. Etwa zwei Tage hält die Gangreserve. Weil das etwas umständlich zu merken ist, ziehe ich sie täglich auf. Meine langjährige Freundin hat einmal gesagt, mein Tag würde immer damit anfangen, daß ich mir einen Espresso mache, die Uhr aufziehe, Duschen gehe und dann meine Brille aufsetze. Das war wie Schuhe zubinden für mich, ich habe es kaum gemerkt.  

Sergels Torg, Stockholm. Photo: Men's Individual Fashion.
Sergels Torg, Stockholm. Photo: Men's Individual Fashion.

Smog, Hitze und Schnee


Im hohen Norden begleitet sie mich auf langen Spaziergängen im Schnee und lernt den Kontrast zum chinesischen Klima kennen, Minustemperaturen und Dunkelheit. Eine Schrecksekunde gibt es in Stockholm, wo ich wohnte, die Uhr fällt mir im Bad herunter und das Glas springt aus der Fassung. Ein Uhrmacher am Stureplan, dem Treffpunkt der schwedischen Oberschicht (zur Reportage über Mode in Schweden), setzt es mir kostenfrei wieder ein, nicht ohne meine Uhr zu preisen („Very nice brand, Sir“). 


NOMOS Glashütte weist in den Herstellerinformationen darauf hin, daß die Tangente Uhren auch für einen erweiterten Alltag geeignet sind, (Extrem-) Sport aber gemieden werden sollte. Wie es mit Smog und dem Kampf um jeden Milimeter gegen gefühlt eine Milliarde chinesische Mitfahrer in der Pekinger Ubahn aussieht, bin ich mir nicht so sicher. Offensichtlich halten sie sie aber aus. 


 

Meine Uhr muss alle paar Jahre zur Wartung. Dort wird sie durchgesehen, nachgeölt und poliert. Nachdem ich sie in Brüssel, Peking, Shanghai, Hong Kong und Stockholm bei einer Temperaturspanne von -15 Grad bis 45 Grad und asiatischer Hitze, Schnee, Smog und Regen täglich anhatte, habe ich 2014 das Armband gegen ein neues austauschen lassen und sie wurde in Glashütte gewartet. Außer daß sie vor der Wartung ein bißchen nachging, das Armband etwas roch und doch etwas abgetragen aussah, war alles wie immer und sie sah wunderschön aus wie eh und je. Noch mehr als meine Uhr liebe ich meine Schuhe und NOMOS Glashütte beweist Niveau, in dem sie das Leder des weltweit führenden Lieferanten von Pferdeleder, Horween, für das Armband verwenden. Cordovan Leder ist extrem beständig, ein Grund warum Schuhe aus Pferdeleder zu den langlebigsten Modestücken überhaupt gehören (zur Schuhkategorie). Mehr kann man jedenfalls von seiner Armbanduhr nun wirklich nicht verlangen. 


Fazit


Meine Uhr gehört zu mir wie kaum ein anderes Accessoire und ist mir eine treue Begleiterin. Sie war im Ausland so etwas wie die Erinnerung und Verbindung zur Heimat, die Konstante, die immer bei mir war. Ob man eine Uhr, die über 1000 Euro kostet, haben muss, ist eine andere Frage (ob man das neueste Handy oder die Supersonderausstattung eines Autos braucht allerdings auch). Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt meiner Meinung nach und meine glühende Verehrung ist der Uhr sicher.  

Dieser Artikel ist ein unabhängiger journalistischer Beitrag, persönlicher Erfahrungsbericht und in gewisser Weise auch ein ultimatives Langzeit Produkt Review.

 

Men’s Individual Fashion dankt NOMOS Glashütte für die Bereitstellung von zusätzlichen Informationen. 

 

www.nomos-glashuette.com