"C'est la Belgique!" Eine Weltstadt

Belgien kann noch mehr als Bier, Pommes und Schokolade! Photo: Men's Individual Fashion.
Belgien kann noch mehr als Bier, Pommes und Schokolade! Photo: Men's Individual Fashion.

Mode in Belgien!


14. März 2015

 

Brüssel ist Weltstadt. Daher findet man dort auch kosmopolitische Kleidung. Lange Mäntel, beigefarbene schlichte Jacken, fantastische Schuhe: Der Mann von Welt ist hier immer wieder anzutreffen. Die Eleganz hat aber auch Grenzen. Ich lasse irgendwann meine braune Aktentasche zu Hause, ich bin einfach zu overdressed, auch wenn ich bei einer Wirtschaftskanzlei auf der Avenue Louise tätig bin. Ein bisschen abgetragen sind die Jacken und Hosen bei den meisten dann doch. Das macht den Charme dieser Stadt aus, sie ist stilsicher, aber nicht makellos.

 


Rote Kordhose. Photo: Men's Individual Fashion.
Rote Kordhose. Photo: Men's Individual Fashion.


Der Belgier trägt warme Farben und mag es farbenfroh. Gute Schuhe werden mit Begeisterung und grosser Sachkunde getragen. Ich diskutiere mit meinem Chef über hervorragende Schuhhersteller. Ich bin stolz, als die Herren auf der Avenue Louise meine braunen Oxford Büroschuhe mit Wertschätzung zur Kenntnis nehmen. Überall ist die Kordhose zu sehen. Sie gilt als „Jeans des Gentleman“ (Roetzel: Der Gentleman. Handbuch der klassischen Herrenmode) und sieht bei den meisten richtig gut aus. Vor allem in weinrot tragen viele sie, es passt irgendwie in die pittoreske Gassen.


Am Place du Roy. Photo: Men's Individual Fashion.
Am Place du Roy. Photo: Men's Individual Fashion.

Brüssel beherbergt sie alle


Eine Boutique von Hermès, die europäische Spitzenklasse in Schuhdingen und italienische Hersteller reihen sich aneinander. Qualitätshemden von Van Laack erhält man ebenfalls in bester Lage. Auch Hugo Boss ist vertreten. Der Boulevard de Waterloo beherbergt auch die jugendlichere Mode, z.B. Massimo Dutti aus Spanien oder Abercrombie and Fitch aus Amerika. Bei Crockett & Jones in der Rue Namur schaue ich immer wieder vorbei, Church's, ebenfalls aus Northampton sitzt am Place du Stephanie, an dem man neben hochwertigen Schuhen auch die schönsten Frauen von Brüssel bei Besorgungen sieht. Oder eben zum Abendessen trifft, aber das ist eine andere Geschichte. In der Nähe hat J.M. Weston aus Frankreich einen Schuhtempel. 

 

In einer kleinen Gasse sehe ich in einem Schmuckgeschäft tolle Manschettenknöpfe des dänischen Herstellers Georg Jensen. Angesichts des Preises überlege ich lange, ob ich wirklich so viel Geld ausgeben soll. Mein Chef weisst mich mit einem Lächeln und mit etwas Nachdruck darauf hin „ich solle endlich mal den Schwaben hinter mir lassen, so funktioniert das hier nicht“. Ich kaufe schliesslich und bin Jahre später immer noch überglücklich damit. 

Accessoirs für den Büromann


In der Stadt der Konferenzen und der Politik fällt mir schließlich auf, was mir fehlt: Ich habe keinen Visitenkartenhalter. Ohne den bin ich ein niemand in der internationalen Geschäftswelt stelle ich fest. Die Abende sind lange und bei so manchem Champagner trifft man interessante Menschen mit denen in Kontakt zu bleiben beruflich lohnend oder doch zumindest anregend sein kann. Mein erster Gang führt mich auf einen antiken Flohmarkt am Place du Grand Sablon, doch die dort angebotenen Halter gefallen mir nicht. Vor einiger Zeit schenkt mir eine liebe Freundin einen passenden Kartenhalter zum Geburtstag.

 

Was lernen wir also vom Belgier? Gute Schuhe sind die Basis der Herrengarderobe. Die Kordhose veredelt so manches legere Outfit. Und manche Dinge muss ein Büromann einfach haben. 

Links

Die in diesem Artikel genannten Hersteller und Marken sind Beispiele. Sie sind keine Werbung, aber Anregung. In Brüssel haben viele gute Hersteller ein Geschäft, so dass ich subjektiv einige herausgegriffen habe zu denen ich eine Meinung habe. 

 

http://www.georgjensen.com/de-de